Wirkmächtigkeit durch anatomische Offenheit

Der Mensch besitzt keinen spezialisierten Körper wie viele andere Tiere. Er hat keine Klauen, kein dichtes Fell, keine besonders kräftigen Zähne und keine außergewöhnliche Geschwindigkeit. Seine Stärke liegt gerade in seiner körperlichen Offenheit. Die freie Hand ist dabei nicht einfach ein weiteres Organ. Sie ist eine Art universelle Schnittstelle. Die menschliche Hand ist frei, weil sie nicht dauerhaft an eine bestimmte Funktion gebunden ist.

Der Homo Dividuum ist der technologisch erweiterbare Mensch. Seine körperliche Unvollständigkeit wird nicht überwunden, sondern zum Ausgangspunkt seiner schöpferischen Wirkmächtigkeit. Die freie Hand verbindet ihn immer wieder mit neuen Werkzeugen, und löst diese Verbindung wieder, um für das Nächste offen zu bleiben. Die menschliche Stärke besteht nicht in perfekter Anpassung, sondern in permanenter Anschlussfähigkeit.

Die freie Hand erklärt, wie der Mensch die Welt verändern kann. Die unabgeschlossene Psyche erklärt, warum er damit niemals aufhört. Der Mensch baut Welten, weil die vorhandene Welt ihm nicht genügt. Er möchte Gefahren kontrollieren, Mangel überwinden, Unsicherheit reduzieren, Macht sichern, Errungenschaften bewahren und gleichzeitig Grenzen überschreiten, und damit Zukunft gestalten.