Zukunftserzählung
Homo Dividuum erzählt die Zukunft des Menschen nach dem Individuum. Hierzu bedarf es jedoch eine neue Sprache für das Menschsein im 3. Jahrtausend finden.
Im Rahmenwerk von Homo Dividuum werden Sprach-Meme als Schöpfungseinheiten sozialer Wirklichkeit verstanden. Nicht Gene allein prägen den Menschen der Zukunft, sondern Meme: Ideen, Erzählungen, Bilder, Begriffe, Narrative, Feindbilder, Heilsversprechen, Ängste, Marken, Ideologien, Weltmodelle.
Der Mensch ist dabei jedoch nicht nur vernünftig, gut, kooperativ und schöpferisch. Er ist auch gierig, eitel, ängstlich, machtversessen, kränkungsempfindlich, aggressiv, tribal, mimetisch ansteckbar und technisch übermächtig. Aus diesem Grund kann eine Zukunftserzählung nicht funktionieren, ohne die Beschäftigung mit dem dunklen, animalischen, destruktiven, faustischen Anteil des Menschen.
Doch anstatt dafür auf eine märchenhafte Versuchungs- und Sündenfallerzählung zurückgreifen zu müssen, fordert Homo Dividuum zur aktiven Auseinandersetzung mit dem menschlichen Schattenanteilen auf, um diese systemisch zu integrieren. Dabei ist Homo Dividuum keine Zurschaustellung des Bösen, sondern eine Grammatik seiner Transformation.