Gated Communities |
Abgeschlossene Lebensräume mit kontrollierten Zugängen, eigenen Regeln und versprochener Sicherheit. Im Digitalen entstehen sie als personalisierte Komfortzonen, die Zugehörigkeit ermöglichen und die Außenwelt filtern. |
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Gatekeeper |
In Homo Dividuum entscheiden Gatekeeper darüber, welche Informationen eine Grenze überschreiten, gesellschaftliche Sichtbarkeit erhalten und Bestandteil einer gemeinsamen Wirklichkeit werden. Sie sind Machtinstanzen, die Information kanalisieren und unerwünschte Meme zurückweisen oder umschreiben. |
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Gedanke |
Ein vorübergehendes Ereignis im Bewusstsein, in dem Wahrnehmungen, Erinnerungen, Gefühle und Informationen miteinander verbunden werden. Gedanken entstehen nicht vollständig aus sich selbst, sondern aus der fortlaufenden Rekombination eigener Erfahrungen und übernommener Meme. |
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Gedanken-freiheit |
Die Freiheit, Wahrnehmungen, Begriffe und Überzeugungen selbst zu prüfen, zu verknüpfen und zu verändern. Sie beginnt dort, wo Meme nicht nur weitergeleitet, sondern bewusst bearbeitet werden. |
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Gedanken-losigkeit |
Gedankenlosigkeit ist das Handeln ohne ausreichende Selbtreflexion über Voraussetzungen und Folgen. In Homo Dividuum macht sie Menschen als MoDoN zu funktionierenden Bestandteilen eines Systems, dessen Gesamtwirkung sie weder prüfen noch verantworten. |
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Gedankenvirus |
Ein Gedankenvirus ist eine Information, die sich in der Psyche eines Menschen festsetzt und dessen Aufmerksamkeit und Kommunikationsverhalten für ihre Weiterverbreitung nutzt. In Homo Dividuum verbreitet sich ein solches Mem nicht notwendig deshalb, weil es wahr oder nützlich ist, sondern weil es emotional und sozial besonders anschlussfähig ist. |
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Geheimnis |
Ein Geheimnis ist eine Information, die bewusst nur einem begrenzten Kreis zugänglich gemacht wird. In Homo Dividuum schützt es Privatheit, Autonomie und strategische Handlungsspielräume, steht jedoch im Spannungsverhältnis zur digitalen Vermessung und zum gesellschaftlichen Anspruch auf Transparenz. |
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Gehirn |
Das Gehirn ist ein biologisches Netzwerk aus Nervenzellen, das Wahrnehmungen verarbeitet, Weltmodelle erzeugt und Handlungen koordiniert. In Homo Dividuum bildet es keinen abgeschlossenen Sitz eines isolierten Ichs (Individuum), sondern ein offenes neuronales Netz, der sich durch Körper, soziale Beziehungen, Sprache, Kultur und Technologie fortlaufend verändert. |
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Gehorsam |
Gehorsam ist die Befolgung von Anweisungen oder Regeln aufgrund anerkannter oder gefürchteter Autorität. In Homo Dividuum wird er gefährlich, wenn SoloS die eigene Verantwortung vollständig an eine Machtinstanz überträgt. |
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Gemeingüter |
Gemeingüter sind Ressourcen, die einer Gemeinschaft zugänglich sind und gemeinschaftlich erhalten oder genutzt werden. In Homo Dividuum können neben Wasser, Boden und öffentlichem Raum auch Wissen, Daten, digitale Infrastrukturen und die Infosphäre als gemeinschaftliche Lebensgrundlagen verstanden werden. |
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Gen |
Ein Gen ist eine biologische Informationseinheit, die durch Vererbung weitergegeben wird und an der körperlichen Evolution beteiligt ist. In Homo Dividuum stehen Gene und Meme in einer Koevolution: Gene übertragen biologische, Meme kulturelle Informationen und beide verändern wechselseitig ihre Entwicklungsbedingungen. |
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Generative KI |
Generative Künstliche Intelligenz erzeugt auf Grundlage erlernter Muster neue Texte, Bilder, Klänge, Programme oder andere Inhalte. In Homo Dividuum wird sie zu einer technologischen Erweiterung menschlicher Phantasie und Sprache, die vorhandene Meme rekombiniert und dadurch neue Wirklichkeitsangebote hervorbringt. |
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Genetik |
Genetik untersucht die Speicherung, Weitergabe und Veränderung biologischer Informationen. In Homo Dividuum bildet sie die biologische Seite einer Entwicklung, die beim Menschen durch kulturelle und technologische Meme erweitert und beschleunigt wird. |
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Geniale Idioten |
Geniale Idioten sind Menschen, deren technologische oder intellektuelle Fähigkeiten ihre psychische, soziale und moralische Reife weit übersteigen. In Homo Dividuum verkörpern sie die Gefahr einer Menschheit, die immer mächtiger wird, ohne im gleichen Maße zu lernen, verantwortungsvoll mit ihrer Macht umzugehen. |
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Genie |
Ein Genie ist ein Mensch mit außergewöhnlicher schöpferischer oder intellektueller Fähigkeit, bisher getrennte Zusammenhänge neu zu verbinden. In Homo Dividuum entsteht seine Leistung jedoch nicht unabhängig von anderen, sondern aus der Verdichtung kulturellen Wissens, sozialer Beziehungen und technischer Erweiterungen in einem einzelnen Knotenpunkt. |
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Geschichte |
Geschichte bezeichnet die rekonstruierte Entwicklung vergangener Ereignisse, Gesellschaften und Lebensformen. In Homo Dividuum erscheint sie als fortlaufender Konstruktionsprozess, in dem selektive Ereignisse mit einem gewünschten Narrativ in Verbindung gebracht werden. Geschichte erzeugt narrative Kohärenz, indem sie dem Zufälligen Bedeutung gibt und dem Menschen eine Rolle innerhalb eines größeren Zusammenhangs anbietet. |
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Gesetz |
Ein Gesetz ist eine allgemein verbindliche Regel, die durch eine politische Ordnung beschlossen und staatlich durchgesetzt wird. In Homo Dividuum übersetzt es gesellschaftliche Wertentscheidungen in formale Handlungsgrenzen, kann die Komplexität konkreter Situationen jedoch nie vollständig abbilden. |
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Gesellschaft |
Das sich fortlaufend verändernde Beziehungsgefüge, in dem Menschen miteinander leben, kommunizieren und gemeinsame Wirklichkeiten hervorbringen. Im Homo Dividuum ist Gesellschaft ein sozio-technologisches System aus Menschen, Institutionen, Dingen, Maschinen, Regeln und Informationsströmen. |
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Gesellschafts-dystopie |
Eine Gesellschaftsdystopie entwirft eine soziale Ordnung, in der Freiheit, Vielfalt und Selbstbestimmung weitgehend verloren gegangen sind. In Homo Dividuum zeigt sie, wie Kontrolle, Gleichschaltung und kollektive Angst aus dem Zusammenspiel von Menschen, Institutionen und Technologien entstehen können. |
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Gesellschafts-utopie |
Eine Gesellschaftsutopie beschreibt eine mögliche Ordnung, in der Menschen freier, gerechter oder friedlicher miteinander leben. In Homo Dividuum ist sie kein fertiger Bauplan, sondern ein offener Möglichkeitsraum für neue Formen von Kooperation, Selbstbestimmung und Weltgemeinschaft. |
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Geteilte Präsenz |
Geteilte Präsenz bezeichnet den Zustand, gleichzeitig körperlich an einem Ort und geistig oder kommunikativ in einem anderen Wirklichkeitsraum anwesend zu sein. In Homo Dividuum verteilt sich die Aufmerksamkeit des Menschen auf physische und digitale Umgebungen, ohne in einer von ihnen vollständig präsent zu sein. |
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Ghosting |
Ghosting ist der unvermittelte Abbruch einer Beziehung oder Kommunikation, ohne diesen Schritt zu erklären. In Homo Dividuum verwandelt das digitale Interface einen Menschen scheinbar mühelos von einem sozialen Gegenüber in einen ausgeblendeten Kontakt. |
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Gleich-schaltung |
Die erzwungene oder systemisch erzeugte Angleichung unterschiedlicher Institutionen, Meinungen und Verhaltensweisen an eine vorgegebene Ordnung. Sie reduziert gesellschaftliche Vielfalt und schwächt jene Abweichungen und Rückkopplungen, durch die ein System sich selbst überprüfen und erneuern kann. |
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Glitch |
Ein Glitch ist eine kurzzeitige Störung, ein Darstellungsfehler oder ein unerwarteter Bruch im Ablauf eines technischen Systems. In Homo Dividuum macht der Glitch die normalerweise unsichtbare Konstruktion einer Wirklichkeitskonstruktion sichtbar und eröffnet für einen Moment einen Blick hinter ihre scheinbar geschlossene Oberfläche der Wirklichkeit. |
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Global Brain |
Das Global Brain bezeichnet die übergeordnete Vernetzung vieler menschlicher und künstlicher Local Brains zu einem welt-weiten Informations-, Kommunikations- und Rückkopplungssystem. Seine Intelligenz entsteht nicht an einem einzelnen Ort, sondern aus den Wechselwirkungen, Verbindungen und Feedbackschleifen zwischen seinen Knotenpunkten. |
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Global Empire |
Das digital gebaute Imperium: Kontrolle über öffentliche Infrastruktur durch Wirtschafts- und Politik-Eliten. In Homo Dividuum entsteht das Global Empire weniger durch territoriale Eroberung als durch die Kontrolle von Infrastrukturen, Plattformen, Standards und globalen Informationsströmen. |
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Global Game |
Das gesellschaftliche Spielfeld, auf dem HoloH und SoloS um in die Vorherrschaft kämpfen. In Homo Dividuum verbindet das Global Game unzählige Local Games, sodass jeder lokale Spielzug Teil eines weltweiten Geflechts wechselseitiger Abhängigkeiten wird. |
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Global Player |
Global Player sind Akteure, deren Handlungen globale Folgen haben und alle anderen in Zugzwang bringen. In Homo Dividuum sind Global Player besonders wirkmächtige Knotenpunkte, deren Entscheidungen sich durch weltweite Netzwerke bis in die lokalen Lebenswelten der Local Player fortsetzen. |
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Globale Automaten |
Globale Automaten sind weltweit vernetzte Produktions-, Markt- und Informationssysteme, deren Prozesse weitgehend automatisch ineinandergreifen. In Homo Dividuum wirken globale Lieferketten, Finanzmärkte und Plattformen wie riesige Maschinen, obwohl sie aus den Handlungen vieler eigenständiger Akteure entstehen. |
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Globalisierung |
Die zunehmende weltweite Vernetzung von Menschen, Märkten, Institutionen, Technologien und Kulturen. Sie erweitert lokale Handlungsmöglichkeiten, erzeugt zugleich aber globale Abhängigkeiten, gemeinsame Standards und eine Weltordnung, in der weit entfernte Ereignisse unmittelbar aufeinander zurückwirken. |
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Governance |
Die Architektur der Steuerung und Kontrolle: Regeln, Standards, Gesetze als Betriebssystem einer technologischen Gesellschaft. In Homo Dividuum bezeichnet Governance die verteilte Steuerung komplexer Gesellschaften, in der staatliche, wirtschaftliche, technische und soziale Akteure gemeinsam die Spielregeln hervorbringen. |
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Grausamkeit |
Grausamkeit bezeichnet das bewusste oder gleichgültige Zufügen schweren Leidens. In Homo Dividuum kann sie persönlich durch Menschen mit Persönlichkeitsmerkmalen der Dunklen Triade ausgeübt werden oder in organisatorische Routinen eingebaut sein, sodass ihre Folgen sichtbar bleiben, während sich Verantwortung verteilt. |
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Gruppen-dynamik |
Gruppendynamik bezeichnet die Kräfte und Wechselwirkungen, die innerhalb einer Gruppe Verhalten, Rollen und Entscheidungen beeinflussen. In Homo Dividuum entsteht aus den Rückkopplungen einzelner Dividuen eine kollektive Eigenlogik, die keiner der Beteiligten vollständig geplant oder kontrolliert hat. |
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Gutmenschen |
Der Begriff Gutmensch bezeichnet meist abwertend einen Menschen, dessen moralisches Selbstbild als naiv, selbstgerecht oder wirklichkeitsfern kritisiert wird. In Homo Dividuum kann er als pathologisches Gegenbild zur Dunklen Triade verstanden werden: Empathie, Hilfsbereitschaft und Moral verlieren ihre konstruktive Wirkung, wenn sie Selbstreflexion, Grenzen und die unbequemen Folgen des eigenen Handelns ausblenden. |